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MEHR PFLEGE BITTE!!
Flachdach- und Terrassenflächen sollten auch Eigentümer/Nutzer gepflegt werden.
Die Eigentümer/Nutzer eines Objektes mit Flachdach und/oder Terrasse sollten Terrassen nicht nur für lustige Festerln nutzen, sondern diesen Flächen auch Pflege angedeihen lassen. Vor allem Wohnungsbesitzer, die unter Umständen einen anderen Bezug zu Pflanzen und Bewuchs haben, wie auch der Besitzer dieses Wohnhauses (Bild) finden es scheinbar hübsch, wenn auf der Terrassenfläche auch etwas Grün wächst (nicht nur im aufgestellten Blumentopf)
Schlimm wird es dann, wenn derselbe Wohnungsnutzer meint, er habe eine funktionierende Flachdachabdichtung mit Gehbelag bestellt und da gehört das dauerhafte, sichere und verlässliche Ablaufen des Wassers auch dazu.
Noch schlimmer wird die Sache wenn der Handwerker Jahre nach der Übergabe des Bauwerks und der mängelfreien Ab- und Übernahme plötzlich, für ihn aus heiterem Himmel, eine Mängelrüge erhältlich die da heißt:
„Sie haben einen versteckten, geheimen Mangel zu vertreten. Durch diesen Mangel ist in meine Wohnung und in die darunterliegende Wohnung bei dem Niederschlag am Tag x Wasser eingetreten. Der Eintritt fand im Bereich der Terrassentüre statt und hat Schäden in meiner Wohnung in der Höhe der Summe xxxxxx verursacht. Sie werden aufgefordert den Mangel und die Folgeschäden zu beheben.“
Nachdem jahrelang keine Mängelrüge oder Meldung hinsichtlich eines Versagens der Abdichtung unter dem Gehbelag erfolgt ist, die Gewährleistungszeit anstandslos abgelaufen ist, meint der Handwerker mit einem Brief, in dem etwa steht „meine Gewährsleistung ist abgelaufen, es bestehen keine Ansprüche“ oder „ die Mängelrüge wird zurückgewiesen“ , das Auslangen zu finden. Aber der Nutzer ist hartnäckig und will einen Geschäftstermin. Na ja, als leidgeprüfter auch hin und wieder zu unrecht geprügelter Handwerker geht man halt hin, sieht was da los ist, und dass schon jahrelang keine Pflege erfolgt ist.
Die Aufklärung, das die Terrasse zu pflegen ist und der Stichkanal zum Flachdachablauf auch gereinigt gehört, hört sich der Nutzer interessiert an, meint aber in der Gegenrede „es hat mir niemand gesagt, dass die Terrasse gepflegt werden muss, keine Pflanzen wachsen dürfen und dass es einen „Stichkanal“ gibt, der gereinigt werden muss, woher soll ich das wissen, der ist ja nicht zu sehen. Da mir das nicht mitgeteilt wurde, haften Sie für den Folgeschaden trotzdem. Wenn mir eine „Gebrauchsanweisung“ mit einem Hinweis auf die Pflegenotwendigkeiten übergeben worden wären, hätte ich… “
Eine Gebrauchsanweisung für das Flachdach oder die Terrasse – wer hat so ein Papier schon einmal ausgestellt? Von mir kann ich behaupten – 37 Jahre selbstständig – ich finde in meinem Schriftverkehr nichts derartiges. Wohl, das eine oder andere Schreiben, in dem ich nach Anfrage dem Kunden die erforderliche Wartung mitteile und die Kosten hiefür anbiete.
Nach derartigen Versuchen, die Kosten für die Wartung zu sparen und über eine Mängelrüge dem ehemaligen Ausführenden zu überbinden, und wenn schon ein Schaden entstanden ist, für die Beseitigung des Schadens auch dessen Versicherung in Anspruch zu nehmen, empfehle ich dringend, in den Angeboten (aber spätestens beim Ab-/Übernahmeansuchen im Zuge der Rechnungslegung) auf die erforderliche Pflege des fertigen Werkes hinzuweisen und/oder diese anzubieten.
Der Kunde ist damit auf das Erforderliche aufmerksam gemacht, und er weiß, mein Handwerker ist gewissenhaft und weist mich darauf hin, dass ein Flachdach, eine Terrasse auch gepflegt und gewartet werden will.
PS: eventuell wäre auch eine Gebrauchsanweisung, so wie diese bei Elektrogeräten üblich ist z.B. Mikrowelle „stecken Sie nicht Ihre Katze zum Trocknen in dieses Gerät“ angebracht. Bei einem Flachdach heiße das in etwa „Begehen Sie das Flachdach zu Wartungszwecken nicht mit Bleistiftabsätzen oder genagelten Schuhen, diese könnten die Dachhaut perforieren“.
Quelle: | dach wand 3 | 2008 | autor: gerhard freisinger
Der aktuelle Artikel befasst sich mit Ausgleichschichten und so genannten Haftbrücken bei Terrassen, die oberhalb der Betonunterkonstruktion und unterhalb der Dampfsperre situiert sind.
Grundsätzliches: Ausgleichsschichten sind so zu dimensionieren, dass eventuell auftretende Oberflächenrisse der Unterkonstruktion zuverlässig überbrückt werden und die Oberflächenrauhigkeit des Untergrundes ausgeglichen wird. Als Ausgleichsschichten empfehlen die ÖNORMEN entweder eine Lage Bitumen-/Dach und Abdichtungsbahn mit Einlage und einseitiger Kunststofffolienkaschierung (handelsübliche Bezeichnung GV 45K flämmbar oder Polymerbitumen/Dach- und Abdichtungsbahnen mit Glasgewebe oder Kunststoffvlieseinlage wie z.B. P-GG4 flämmbar, E-KV 4 flämmbar etc.) Auch werden sogenannte Bitumen-/Lochgasvliesbahnen, die gleichzeitig auch als Dampfdruck-/ Ausgleichsschicht eingebaut werden, genannt. Hier ist zu beachten, dass die Verklebung mit dem Untergrund nur über die gleichmäßig verteilten Löcher in der Bitumen-/Lochglasvliesbahn erfolgen darf. Im Regelfall wir jedoch im Warmdachaufbau die Anforderung an eine Dampfdruckausgleichschicht nicht erforderlich sein, da kein entspannungswürdiger Dampfdruck unterhalb der Dampfsperre aufgebaut wird.
Als Ausgleichsschicht werden auch verfestigte Kunststoffvliese mit mindestens 150 Gramm pro Quadratmeter appliziert, wobei sich im Wesentlichen die flächenbezogene Masse der Kunststoffvliese nach der Oberflächenrauhigkeit des Untergrundes sowie der vorgesehenen Dampfsperre orientiert. Bei rauen Untergründen in Kombination mit Polyethylen-Dampfsperrbahnen müssen Kunststoffvliese mit 500 Gramm pro Quadratmeter und stärker eingesetzt werden.
Wichtig: Ausgleichslagen aus Wärmedämmstoffen dürfen unterhalb der Dampfsperre nur dann verlegt werden, wenn durch eine bauphysikalische Berechnung ein positiver Nachweis (kein Kondensat unterhalb der Dampfsperre) geführt wird.
Haftbrücken: Eine so genannte Haftbrücke (alte Bezeichnung für Voranstrich) ist bei Polymerbitumendampfsperren erforderlich und auf die Untergrundverhältnisse sowie der örtlichen Einbausituation und Beanspruchung abzustimmen. Sie unterstützen die Haftfähigkeit, binden Oberflächenstaub, wirken entfettend und wasserabweisend. Bei normalen Beanspruchungen werden Bitumenlösungen, objektspezifisch aber auch Bitumenemulsionen (zum Beispiel bei Sanierungen) appliziert.
Achtung! Bei Sanierungen (zum Beispiel Innenhöfe von Wohnhäusern) kann die Bitumenlösung aufgrund der Lösungsmittelemission zu Geruchsbelästigung führen. In diesem Falle wären Emulsionen, die wasserlöslich sind anzuwenden. Bei hohen Beanspruchungen an die Verklebung der Dampfsperre mit der Untergrundkonstruktion können als Haftbrücke auch Epoxidharzvoranstriche eingesetzt werden.
VOR- & NACHTEILE VON BITUMENLÖSUNGEN.
Bitumenlösungen setzten sich aus einer Mischung von Destillationsbitumen und Lösungsölen wie etwa Benzin zusammen.
Vorteile der Bitumenlösung: Geringe Trockenzeit, da sich die Lösungsmittel sehr rasch verflüchtigen.Da keine Wasseranteile in der Mischung enthalten sind besteht auch keine Frostgefahr.Gute Haftung speziell bei porösen Untergrundstoffen.Akzeptable Verklebung auf Blechen, da gegebenenfalls Oberflächenfett der Bleche mit den enthaltenen Lösungsmitteln entfernt wird. Die Haftbrücke ersetzt jedoch nicht die grundsätzliche Entfettung der Bleche, welche in einem eigenen Arbeitsschritt vor dessen Montage zu erfolgen hat.
Nachteile der Bitumenlösung: Eine erhöhte Konzentration von Lösungsmitteldämpfen in der Umgebungsluft kann zu Gesundheitsgefährdung führen, deshalb ist die Anwendung in Innenräumen nicht geeignet. Bei feuchtem Untergrund kann keine Haftung mit dem Untergrund erzielt werden. (Achtung: speziell bei Winterbaustellen ist der Untergrund meist feucht!) Bitte beachten: Beim Auftragen der Bitumenlösung kann diese hinter etwa Wärmedämmverbundfassaden oder sonstige Anschlüsse laufen. In diesen Bereichen kommt es im Regelfall zu einer wesentlich verzögerten Austrocknung und so kann bei Einsatz von offener Brennflamme diese noch flüssige Bitumenemulsion entzündet werden!Schwache Haftung auf Oberflächen dichten Stoffen wobei hierzu auch besonders glatte Metalloberflächen zählen. Gegebenfalls ist ein Aufrauen mit einer Schleifscheibe oder bei mineralischen Untergründen mit Sandstrahlen erforderlich.
VOR- & NACHTEILE DER BITUMENEMULSION.
Die Bitumenemulsion ist eine Mischung aus Bitumen, Wasser und einem Bindemittel (da sich Bitumen und Wasser grundsätzlich nicht miteinander verbinden kann.)
Vorteile der Bitumenemulsion:Gute Haftung auf Untergründen mit hoher Dichte durch elektrostatische Anziehung zwischen Untergrund und Bitumen.Haftung auch auf feuchten Untergrund da die Bitumenemulsion grundsätzlich Wasseranteile enthält.Da keine Lösungsmittel vorhanden sind, werden auch keine schädlichen Dämpfe emittiert. Die Anwendung in geschlossenen Räumen ist somit möglich.Da keine Lösungsmittel vorhanden sind, ist die Brennbarkeit auch nicht gegeben.
Nachteile der Bitumenemulsion: Auf Blechoberflächen, die Fett oder Ölrückstände aufweisen, wird keine Haftung erzielt. Durch den Wasseranteil besteht im Winter Frostgefahr.Relativ lange Trockenzeiten, da die Wasseranteile nur sehr langsam verdunsten.
GRUNDIERUNG AUS EPOXYDHARZ. Die Grundierung aus Epoxydharz dient dem Verfüllen der Poren in der Betonoberfläche. Diese Reaktionsharze werden in werkseitig geschlossenen und eindeutig gekennzeichneten Gebinden, in denen Harz und Härter in genau aufeinander abgestimmtem Mischungsverhältnis abgepackt sind, geliefert. Aufgebracht werden Epoxydharze mittels streichen, rollen oder spritzen. Die so genannte Topfzeit (Verarbeitungszeit) ist zu berücksichtigen, da durch Beimengung da Reaktionsharze mit zunehmender Verarbeitungszeit aushärten.
FAZIT. Grundsätzlich ist anzumerken, dass Haftbrücken nicht als Korrosionsschutz von metallischen Bauteilen zu betrachten sind. Nach dem Trocknen haben die Haftbrücken, je nach Werkstoff, als Nebeneffekt eine wasserabweisende Wirkung, so dass nach einem Regenschauer der Untergrund das Niederschlagswasser nicht mehr aufnehmen kann. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die frisch aufgebrachte bituminöse Haftbrücke durch einen Regenschauer weggespült wird. Hier werden Decke und Wände stark verunreinigt, was kostenintensive Reinigungsarbeiten nach sich zieht. An aufgehenden Bauteilen wie z.B. Wandhochzüge, Dachrandabschlüsse, Lichtkuppeln und dergleichen ist die Haftbrücke bis zur geplanten Abdichtungsoberkante aufzubringen. Auch eingebaute Dachdetails wie Dunstrohre, Winkelbleche, Traufenbleche etc. sind entsprechend einzustreichen.
Quelle: | dach wand 4 | 2008 | autor: wolfgang hubner |
ROHBAUKONSTRUKTIONEN BEI TERRASSE IM WARMDACHAUFBAU
In der letzten Ausgabe wurden schwellenfreie Anschlüsse an Terrassen- oder Balkontüren erläutert. Der aktuelle Artikel befasst sich mit der Rohbaukonstruktion von Terrassen. Als Tragwerke und Unterbauteile für Terrassen kommen in erster Linie massive Konstruktionen aus Stahlbeton zu Ausführung.
Diese können sowohl vor Ort als sogenannte Ortbetonbauteile oder aus fabrikmäßig vorgefertigten Betonfertigteilelementen hergestellt werden. Auch für den Bauwerksabdichter bringen diese Unterschiede in der Betonkonstruktionsfertigung zusätzliche Arbeitsschritte mit sich, da die Oberflächenrauhigkeit der Ortbetonkonstruktionen, die der Handwerker vor Ort herstellt, im Regelfall wesentlich rauer als jene von Fertigbetonteilen ist.
Alternativ können Terrassenaufbauten aus wärmegedämmten Holzfachwerken sowie Stahlkonstruktionen, sofern alle brandschutz- und schallschutztechnischen Auflagen erfüllt sind, auch für begehbare Terrassenkonstruktionen eingeplant werden.
Auch hier sind die Güteanforderungen an den Untergrund, die im Wesentlichen vom Material abhängig sind, einzuhalten (z.B. Holzplattenfugen und deren Anforderungen).
Für die Ableitung des Niederschlagswassers ist ein Mindestgefälle von 1,8 Prozent in der Abdichtungsebene sowie bei relativ wasserdichten Gehbelagsschichten z.B. keramische Beläge (Fliesen) auch in de Gehbelagsebene einzuhalten.
Entweder wird das Gefälle bereits in der Rohbaukonstruktion (Konstruktionsschicht unterhalb der Dampfsperre) oder mit zusätzlichem Gefällestrich auf der Ortbetonkonstruktion bzw. dem Fertigbetonteil ausgebildet. Diese Ausführungsart hat den Vorteil, dass Niederschlagswasser, das zum Zeitpunkt der Terrassenerrichtung in den Terrassenaufbau eindringt (z.B. über offene Wandanschlüsse und dgl.) in Richtung Entwässerungsgully oder Entwässerungsrinne geleitet wird.
Bei Gefällebetonschichten mit wärmedämmenden Eigenschaften (z.B. Leichbeton mit Polystyrolkuglen) sind die damit verbundenen bauphysikalischen Verhältnisse gemäß ÖNORM B 8110 – 2 zu berücksichtigen. Speziell bei Terrassenaufbauten mit zusätzlicher rauminnenseitiger Deckenwärmedämmung könnte der Taupunkt unterhalb der Dampfsperre liegen, sofern die Wärmedämmstärke oberhalb der Dampfsperre besonders gering ist. Diese Problematik stellt sich insbesonders bei Terrassensanierungen mit geringen Anschlusshöhen, an z.B. Terrassentüren, und der gleichzeitigen Auflage, einen bestimmten U-Wert zu erreichen.
Eine weitere jedoch nicht unproblematische Variante wäre, das Entwässerungsgefälle durch keilförmig geschnittene Wärmedämmplatten, welche unterhalb der Feuchtigkeitsabdichtung situiert werden, herzustellen.
Dies bedeutet, dass bei nicht im Gefälle hergestellten Dampfsperrunterkonstruktionen in den Terrassenaufbau eindringendes Niederschlagswasser innerhalb der Terrassenschichten verbleibt. Eine Entfernung ist durch z.B. Absaugen über mehrere lokale Öffnungen der Terrassenschichten möglich.
Für die Einhaltung der Güteanforderungen an den Betonuntergrund ist der Baumeister zuständig, jedoch hat das ausführende Bauwerksabdichtungsunternehmen vor Leistungserbringung die Pflicht, den Untergrund zu prüfen. Generell ist die Prüf- und Warnpflicht auf die vorgesehene Ausführungsart (Terrassenschichtenaufbau) abzustimmen.
Anzuwenden sind branchenübliche, einfache Methoden wie z.B. Augenschein, Klopfen, Ritzen, Messplatte.
Zu Prüfen sind insbesonders: ausreichende Oberflächenfestigkeit, Haftfähigkeit und Trockenheit.Ebenheit – die Ebenheitstoleranzen gemäß ÖNORM DIN 18202 für geschalte Betonoberflächen von Decken darf bei einer Bezugslänge von 4m nur flach verlaufen und eine Höhendifferenz von max. 20 mm aufweisen.Gefälle – mindestens 1,8 Prozent in der Abdichtungsebene und in Abhängigkeit der Wasserdurchlässigkeit des Gehbelages gegebenenfalls auch in der Gehbelagsschicht.Abrundungen und oder Abschrägen von Ecken, Kanten, Ichsen sowie Graten mit einem Radius von 4 Zentimeter. Freiheit von Rissen und Kiesnestern in der Betonoberfläche – Risse über 0,5 Millimeter sind unzulässig. Mauerwerk darf nur mit Zementmörtelverputz (ohne zusätzlichen Kalkansatz) abgezogen und verrieben werden.Ausreichende Höhe für den Anschluss der Dampfsperre und der Dachabdichtung an andere Bauteile (z.B. Hochzüge).Materialart sowie Beschaffenheit und Lage von durchdringenden Bauteilen.Anschlussmöglichkeit der Dachabdichtung und Dampfsperre an Durchdringungen z.B. Rohre, Blitzschutzleitungen, Stützen.Lage und Ausbildung von Fugen und die Form der Fugenkammern. Bewegungsfugen sollten nicht unmittelbar im Bereich von Wandanschlüssen oder Terrassenrandaufkantungen angeordnet werden. Ein geradliniger Verlauf ist anzustreben. Ist dies nicht möglich, sind Fugenkonstruktionen mit z.B. Festlosflansch oder geeigneten Kunststofffugenbandprofilen vorzusehen.
Eingehende technologische oder chemische Untersuchungen wie etwa Baustatik oder spezifische Bauphysik etc. gehören nicht zu Prüfpflicht des Bauwerksabdichters, jedoch ist die Reihenfolge der Abdichtungsschichten, insbesonders im Bezug auf bauphysikalische Erfordernisse (z.B. Fehlen einer Dampfsperre beim Warmdachaufbau) und mechanischen Schutz der Abdichtung gegenüber Beschädigung zu beachten.
Untergrundrauhigkeiten und punktuell begrenzte Kiesnester bis ca. 10 Millimeter Tiefe, können auch mit Bitumenmasse ausgegossen werden. Diese Untergrundvorbereitungen durch den Bauwerksabdichter ist eine Sonderleistung und muss separat beauftragt werden. Eine Entwässerungsgefälleprofilierung mit Bitumenmassen ist nicht möglich. Die Untergrundvorbereitung von lotrechten Wandanschlüssen unterliegt bis auf wenige Ausnahmen den selben Anforderungen, wie sie an horizontale Unterkonstruktionsoberflächen gestellt werden (Ausnahme z.B. Gefälle). Die Mauerwerksoberflächen im Hochzugsbereich der Dampfsperre müssen ausreichend glatt und ebenflächig sein. Dies zieht nach sich, dass Fugen von Betonsteinen Oberflächenprofilierung von Mauerwerksziegel und dergleichen mit Zementmörtel zu glätten sind. Würde dies nicht erfolgen, wäre eine konvektionsdichte Verklebung der Dampfsperre auf der Mauerziegeloberfläche nicht möglich.
Bei Ortbetonkonstruktionen wird der Terrassengully von der Baufirma in der Betondecke mit einbetoniert. Es ist darauf zu achten, dass der Entwässerungsgully den tatsächlichen Tiefpunkt darstellt. Die Oberfläche des Gullyanschlussflansches für die Dampfsperre muss in der selbe Ebene wie die fertige Betonoberfläche liegen. Es ist darauf zu achten, dass er Entwässerungsgully einen ausreichend breiten Anschlussflansch für die Verklebung mit der Dampfsperre aufweist. Die fachgerechte Unterkonstruktion ist die Basis für den weiteren Terrassenschichtenaufbau. Insbesonders Fehler hinsichtlich Entwässerungsgefälle können nur mehr mit sehr hohem zusätzlichen Aufwand in den weiteren Terrassenschichten behoben werden.
Quelle: | dach wand 3 | 2008 | autor: wolfgang hubner |
WUSSTEN SIE, DASS…
… die Sanierung bestehender Flachdachabdichtungen einen immer größeren Raum in der Abdichtungsbranche einnimmt? Natürlich, werden Sie sagen, das sehe ich ja an den Kundenanfragen und den Angeboten die auszuarbeiten sind. Außerdem sehe ich auch, dass ich im Gegensatz zu den Angeboten für Neuobjekte, immer öfter Besichtigungen durchführen muss. Und wird es mit dem Auftrag nichts, habe ich nur Kosten produziert aber keinen Erfolg eingefahren. Leider ist das eben das Unternehmerrisiko, aber, wenn nun der Billigsdorfer, der sich so gar nicht um den technischen Standart kümmert so mir nicht, dir nichts die Aufträge abschleppt, dann könnte es doch zumindest beim cleveren Investor für diesen Billigsdorfer eng, sehr eng werden. Ich weiß schon, es dauert alles seine Zeit. Wenn Flachdachsanierungen abgeschlossen sind und der Nutzer das erste Mal nach der Fertigstellung auf das Flachdach geht, spätestens dann fällt auch dem Laien auf, da steht ja noch immer jede Menge Wasser auf meiner Dachfläche. Die erste Reaktion kenn wir alle – nicht zahlen, die zweite Reaktion – eine Diskussion mit dem Auftragnehmer entsteht, und die dritte Reaktion – ein Sachverständiger muss her.
Jetzt betrachten wir einmal die ÖNORM, vor allem die Werkvertragsnorm B 2220 – da ist hinsichtlich der Sanierung in der derzeit gültigen Ausgabe nichts zu lesen. Aber es gibt ja auch noch die ÖNORM B 7220 – Verfahrensnorm.
Wenn nun ein Unternehmen ein Angebot für eine Sanierung erstellt, so gilt ja dieser als Planer und hat die ÖNORM B 7220 zu berücksichtigen. Im Kapitel D.20 Dachsanierung ist (1) die Vorgehensweise zu lesen und da steht auch, z.B. Anordnung und Bemessung von zusätzlichen Entwässerungsabläufen, Bemessung einer eventuellen Gefälledämmung.
Ein gewissenhafter Unternehmer macht seinen Auftraggeber auf so verschiedene Erfordernisse aufmerksam, ist daher mit seinem Angebot bei fachgerechter Ausarbeitung auch etwas teurer. Aber wenn alle Notwendigkeiten berücksichtigt sind, ist der anbietende Unternehmer auf der „sicheren“ Seite.
Bei Änderungen des Flachdachsystems von schwerem Oberflächenschutz auf mechanische Befestigung hat es schon so mansche Überraschung gegeben. Heute gehen wir ja davon aus, dass die Trapezbleche eine Dicke von 0,88 Millimeter aufweisen, und die Windlastberechnung hinsichtlich der Befestiger wird meist auch so ausgelegt. Aber bei einem Altobjekt, Sie wissen schon, da gehört die Dicke der Deckenunterlage gewissenhaft geprüft. Bei Blechdicken von 0,60 Millimeter wie diese Seinerzeit im Industriebau üblich waren, da spielt die Verstärkung der Befestigeranzahl bei einer größeren Halle schon eine Rolle. Wie auf dem Bild unschwer zu erkennen ist, stehen auf der gezeigten Dachfläche bis zu 8,0 Zentimeter Wasser die Dicke des schweren Oberflächenschutzes beträgt 5,0 Zentimeter, das heißt die Deckenunterlage hat sich mehr als die erlaubten l/300 durchgebogen und nun sitzen die Gully an der höchsten Stelle, nämlich im Achsenkreuz der Auflager der Sekundärträger. Was heißt, dass bei einem freien Angebot, das Ausgleichen der Mulden mit welchem Material auch immer, funktioniert nicht, zusätzliches Gewicht wird die Tragkonstruktion nicht vertragen, deshalb soll ja auch der schwere Oberflächenschutz herunter, und die Dachhaut mechanisch befestigt werden, und eine Zusatzdämmung wünscht man sich auch. Mit einer Gefälledämmung die Mulden ausgleichen wollen, der Fachleser weiß das ja, funktioniert es nicht. Konsequenz daraus: es muss mit Zusatzgullys gearbeitet werden, dies bedingt natürlich auch eine Leitungsführung im Inneren der Halle und einem Anschluss an den Regenwasserkanal. Bei einer in Betrieb befindlichen Halle kein so leichtes Unterfangen, aber machbar.
Was fehlt, ist der Auftrag des Investors/Hallenbetreibers für den Gesamtumfang.
Ich meine ja auch, dass mit Sanierung von Flachdächern auch eine thermische Verbesserung einher gehen sollte, da ja der Energieausweis für die Gebäude bereits beschlossene Sache ist, und jeder Betreiber, Eigentümer, Investor, weiß, dass ein solcher ei Veränderung des Eigentums vorgelegt werden muss.
Bei Wohnobjekten sollten Sie jedenfalls daran denken, dass die thermische Verbesserung des Flachdachs auch zu den entscheidenden Maßnahmen der Werterhaltung des Objektes gehört und wesentlich die Betriebskosten beeinflusst. Für derartige Informationen wird der Kunde sicher dankbar sein!
Quelle: | dach wand 3| 2008 | autor: gerhard freisinger |
WASSER IN DER WOHNUNG.
Die Ursache eines Wassereintritts in die Wohnung unter dem Terrassengeschoß einer Mehrfamilienwohnanlage war geplant und so gebaut. Funktioniert hat die Entwässerung rund sieben bis acht Jahre, aber jetzt gibt es bei den derzeit häufigen Gewitterregen mit großer Schüttmenge an Meteorwasser, in den Wohnungen unter dem Terrassengeschoß bei den Eigentümer immer wieder Frustanfälle. Diese gipfeln darin, dass die Meinung betreten wird, ein Flachdach bzw. eine Terrasse ist nicht wirklich wasserdicht herzustellen.
Vor zirka sieben Jahren hat ein Bauträger eine Wohnanlage errichtet und die Wohnungen in der Folge an Privatpersonen verkauft. Bei der Errichtung wurde über den Penthousewohnungen eine Blechbedachung mit Kaltdach ausgeführt. Diese wurde, da Hängerinnen eben das billigste sind, im Kaskadenverfahren auf die Terrasse des Penthouses entwässert. Die Terrassen sind aber ebenfalls über Hängerinnen entwässert worden, so dass das von der Blechbedachung auf die Terrasse ablaufende Wasser die Tiefe der Terrasse überwinden muss um zur Hängerinne vor der Terrasse zu gelangen. Damit das Wasser möglichst nicht über den Gehbelag rinnt (welcher von der Baufirma auf der Splittbettung verlegt wurde) was ja im Winter die Terrasse in einen Eislaufplatz verwandeln könnte, hat der Planer eine Gehbelagsplatte beim Ablaufrohr vom Blechdach aufgefüllt. Na ja , da hat sich mancher der Eigentümer wohl gedacht, für so genügsame Pflanzen wie Hauswurz oder Sedumsgewächse der ideale Pflanzbereich.
Rigole vor den Türen gab es sowieso nicht zu teuer, Hochzüge über den Gehbelag gingen sich wegen der Türkonstruktionen nicht aus, Vordach vor den Terrassentüren – zu teuer daher nicht gebaut, aber behindertengerechte Ausgänge mussten es ja doch sein. Solche Wohnungen verkaufen sich schließlich leichter.
Der Bauwerksabdichter hat, wie aus dem vom Kollegen vorgelegten Unterlagen zu entnehmen war, wie man landläufig sagt, die Seele aus dem Leib geschrieben. Sogar bereits zu einem Zeitpunkt, wo noch keine Änderungskosten angefallen wären, da der Baukörper, zumindest nach Bauzeitplan noch nicht so weit errichtet war, also keine Gefällebetone vorhanden waren.
Insgesamt fünf Warnschreiben wurden mit den entsprechenden Verbesserungsvorschlägen vorgelegt. Die Antworten waren vorerst überhaupt ausgeblieben und nach dem dritten Warnschreiben hagelte es nur mehr Verzugsanzeigen mit Pönaledrohungen, aber weder Rigol och Stichkanal im Bereich der Ablaufrohre noch Vordächer wurden beauftragt.
Also hat der Kollege ausgeführt und die per Einschreiben versandten Warnschreiben gut aufgehoben. Denn was ist geschehen? Die Splittbettung des Gehbelages ist langsam aber sicher versandet, da ja vom Blechdach Staub und Emissionen aus der Luft mit dem Regenwasser in diese eingetragen werden. Weiters hat die teilweise rege gärtnerische Gestaltung der Terrassen zur Verlangsamung des Wasserabflusses beigetragen. Die abfallenden Blätter und Blumenerde haben die Fugen der Platten, dort wo mit offenen Fugen der Standardbelag verlegt wurde, verlegt. Auf den Sonderwunschterrassen war ein Steinmetz zu Gange, dieser hat die Gehbelagsplatte überhaupt gleich mit press gestoßenen Fugen verlegt.
Der Bauträger hat sich durch den Verkauf der Wohnungen aus seiner Verantwortung vordergründig verabschiedet. Denn nach ÖNORM B2110 Abschnitt 5.45.6 Besonderer Rückgriff, hat der Bauwerksabdichter ganz plötzlich die Eigentümer der Wohnung als Vertragspartner übernommen und Privatpersonen sind durch das KSCHG bzw. ABGB geschützt, also könnten jetzt Schadenersatzforderungen auf den Kollegen zukommen.
Eine schöne Sache gewinnt auch deshalb an Brisanz, da natürlich die Hausanlage durch eine Hausverwaltung betreut wird, die von den Vorgängen, dem Schriftverkehr und den Diskussionen während der Errichtung des Objekts keine Ahnung hat.
Ein Privatgutachten das die Mängel feststellt, ist rasch eingeholt, na ja, was soll ein Sachverständiger auch schreiben, wenn er nur den Schaden im Inneren der Wohnung sieht und die Ursachen im Übergehen der Anschlüsse und der Türstaffel augenscheinlich feststellen kann. Er berichtet der Versicherung natürlich, dass die festgestellte Ausführung nicht der ÖNORM entspricht.
Für die Wohnungseigentümer bitter ist die Feststellung, dass die erforderlichen Verbesserungen vorerst aus den Rücklagen bezahlt werden müssen, da ja nicht auf den Ausgang einer streitigen Auseinandersetzung gewartet werden kann.
Hetze kann man davon ausgehen, dass durch die Änderung der Wettersituation derartige Fehler in kurzer Zeit zu einem Versagen führen und Schäden nach sich ziehen.
Quelle: | dach wand 4 | 2008 | autor: gerhard freisinger |
WUSSTEN SIE, DASS…
… der Handwerker für die richtige Ausbildung der Anschlüsse an aufgehende Bauteile die Verantwortung trägt?
Ja natürlich weiß der Auftragnehmer, dass das seine Sache ist, aber was kommt oftmals auf der Baustelle vor und wir einfach „übersehen“. Die aufgehenden Wände sind nicht vorbereitet. Ich habe diesmal bewusst ein Bild mit vorbereitetem Untergrund und begonnenem Wasseranschluss bei einer Vollwärmeschutzfassade gewählt, denn so sollte ein Anschluss aussehen und auch ausgeführt werden. Auf dieser Baustelle hat es ein Monat gedauert, bis die Baufirma für den Bauwerksabdichter die Wände so vorbereitet hat, dass eine saubere Anschlussherstellung möglich war.
Oftmals läuft die Sache ja so ab, dass die ÖBA einen Beginntermin für die Arbeiten festlegt, es wir eine Woche vor dem Termin zur Baubesprechung geladen und siehe da, der Dornröschenschlaf der Baustelle hat noch nicht geendet. Die abzudichtende Fläche wird als Lagerplatz benutzt, die Oberfläche der Ziegelwände ist noch jungfräulich, hat von einem Verputz oder einer Zementspachtelmasse noch nichts gehört.
Im ersten Moment wird vereinbart bis Freitag ist alles gerichtet – der gewissenhafte Kollege fährt am besagten Freitag vorbei und ist einem Kollaps nahe. Wegräumen, das ist ja im Gange, aber von einer Spachtelung der Wände weit entfernt. Trotzdem besteht die ÖBA im meist vom Abdichter der Fehler gemacht, dass er sich zu einem Beginn überreden, ja zwingen lässt. Schon ist es passiert, anstatt dass der Vorarbeiter sein Regiestundenbuch auspackt und zu ÖBA pilgert, sich die Zeit für An- und Absiedeln mit allen Nebenkosten unterschreiben lässt und die Baustelle wieder dem Dornröschenschlaf überlässt, indem er nicht anfängt, wird halt irgendwann begonnen.
Bei Folienabdichtungen natürlich ein fataler Fehler, denn wie schütze ich meine Leistung gegen eindringendes Niederschlagswasser, wenn ich die Ränder nicht auch gleich machen kann? Ich meine, Sie als Fachlese wissen: Gar nicht, die Abdichtung wird unterlaufen, das Wasser fängt sich im Vlies und in der Lagerfuge der Gefälleestrichs, braucht dann Monate um im Bereich der Gully auszutreten und abzutrocknen.
Leider kommt es oft, zu oft, vor, dass die Abdichtung auf die nicht vorbereitete Ziegeloberfläche aufgebracht wird und in der Folge ist der Ausführungsmangel auch schon perfekt. Der für das Aufbringen der Spachtelung zuständige Polier der Baufirma hatte niemals Zeit und/oder den richtigen Mann zur Stelle, und im Zuge der Ausführung ist irgendwann die Situation gegeben, dass der Abdichter den Hochzug machen muss. Liegt die Folie in der Fläche, ist die Beschädigungsgefahr durch den Maurer, wenn dieser mit seinem Verputz oder der Spachtelmasse zu arbeiten beginnt, schon groß genug – wenn nicht ein Schutz der Abdichtung aufgebracht wird, der die Kosten des Spachtelns überschreitet.
Mein Tipp daher: Lassen Sie sich von einer Pönaledrohung der ÖBA nicht schrecken, denn diese ist nur dann wirkungsvoll und gerechtfertigt, wenn der Untergrund für die Abdichtungsarbeiten vorbereitet ist und die zu bearbeitenden Flächen für die Abdichtungsarbeiten übernahmereif vorbereitet sind. In der ÖNORM B2110 und in unserer Werkvertragsnorm sind die Warn- und Hinweispflichten beschrieben und festgelegt. Diesen sollte gefolgt und auch davon Gebrauch gemacht werden. Denn ein Hochzug auf ungeeignetem Untergrund ist bei einem Schadenseintritt ein Ausführungsfehler, welchen das Ausführungsunternehmen zu verantworten hat. Bei einem bereits eingetretenen Schaden fragt niemand mehr nach dem warum und weshalb der fehlerhaften Ausführung. Meist gelingt es gar nicht mehr nachzuweisen, wer den Fehler wirklich zu verantworten hat.
Quelle: | dach wand 4 | 2008 | autor: gerhard freisinger |
ABDICHTUNGSMATERIALIEN FÜR TERRASSEN, TEIL 1
Die Wahl der umgangssprachlich bezeichnet „richtigen Abdichtungsbahn“ ist zumindest genau so Komplex, wie den „richtigen Flachdachaufbau“ zu bestimmen. In Teil 1 der Kurzserie Abdichtungsmaterialien für Terrassen erläutert Wolfgang Hubner die „Allgemeine Klassifikation“.
Komplex ist diese Entscheidung deshalb, weil die Abdichtungsbahn nicht nur den Dachaufbau beeinflusst und vice versa beeinflusst wird, sondern auch von allerlei (z.B. wirtschaftlichen) Strömungen begleitet wird. Beim Stichwort „richtige Flachdachabdichtung“ gibt es auch noch (fälschlicherweise) das in der Baupraxis vorherrschende „Lagerdenken“, wo das eine Lager, ausschließlich mehrlagige bituminöse Abdichtungsstoffe als Ziel ansieht, das andere Lager wiederum der Meinung ist, dass mit der Evolution der Kunststoffdachbahnen alle Abdichtungsprobleme der Vergangenheit angehören. Und dann gibt es noch jenes Lager, das in flüssig aufzubringenden Abdichtungsstoffen das Abdichtungswunder sieht, und zu guter letzt das Lager sämtlicher Alternativabdichtungen, die nach Auskunft ihrer „Lagersprecher“ auf die längste historische Tradition zurückblicken können.
Auch hat sich in der Branche (Diktion nicht nur auf den Baustellen zu vernehmen) bis dato nicht einmal die richtige Bezeichnung für die niederschlagswasserabdichtene Schicht etabliert. Vielfach wir dese Schicht als „Isolierung“ (Begriff aus der Wärme/Kälte Schalttechnik), oder Pappe, Haut, Folie, Beschichtung usw. bezeichnet. Jeder dieser Begriffe assoziiert jedoch etwas, dass eine Feuchtigkeitsabdichtung (dies wäre der richtige technische Terminus) nicht würdig ist. Tatsächlich ist die Feuchtigkeitsabdichtung die wichtigste Schicht im Bauwerksschutz und muss langfristig sämtlichen exogenen Einwirkungen standhalten.
Beständigkeit ist unter anderem gefragt gegenüber: Feuchtigkeit (Niederschlag, Nutzungsfeuchte, Kondensatfeuchte), Temperatur (Dachoberfläche, Temperaturunterschied, Innen-Außen, erhöhte Temperatur durch Wärmedämmung), Mechanische Einwirkung (Risse, Schwingungen, Spannungen der UK, Temperatur bedinget Längenänderungen der Wärmedämmung, Nutzlasten , Reklameständer, Eisschub) physikalische chemische, biologische Einwirkungen (UV-Strahlung, Säuren, Algen, Bakterien, Wurzeln) und Alterung (natürliche Alterung).
Diese auszugsweise aufgelisteten Faktoren wirken jedoch nicht – wie vielfach in Materialprüfungen dargestellt – für sich und/oder sequentiell , sondern als Wirkungskomplex mit schwer abschätzbaren Folgen auf das Material ein.
ABDICHTUNGSKONZEPT. Generell ist das richtige Abdichtungskonzept (beinhaltet alle Schichten im Flachdachaufbau) von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig. Beispielsweise ist der Verarbeitungszeitpunkt der Feuchtigkeitsabdichtung (z.B. im Winter) zu nennen, wo die Kälteflexibilität und das Nahtverbindungsverfahren ein wesentliches Thema darstellen. Konträr dazu im Sommer z.B. die Wärmestandfestigkeit des Materials und die Sonnenlichtreflexion der Abdichtungsoberfläche. Oder bauphysikalische Parameter, die etwa in Form des Diffusionswiderstands den Dachaufbau einmal positiv und das andere Mal negativ beeinflussen.
Auch die Anforderungen an die Brennbarkeit werden objektspezifisch unterschiedlich gehandhabt.
Nicht zu vernachlässigen wäre dann noch der Qualifizierungsstatus de im ausführenden Unternehmen tätigen Personen. Ein Handwerker der es gewohnt ist, mit bituminösen Produkten zu arbeiten, wird ohne profunde Schulung seine liebe Not mit einer Terrasse samt Kunststoffabdichtung haben. Deshalb werden in Zukunft umfangreichere Schulungsnachweise sowie Verarbeitungspraxis einzufordern sein (siehe z.B. Verarbeitung IFB). Fazit: Für jede Dachfläche muss individuell die in der Applikation sicherste Variante festgelegt werden.
FLACHDACHAUFBAU. Hier gilt primär zu unterscheiden zwischen der Vor-Ort-Applikation der einzelnen Dachschichten und den fabriksmäßig vorkonfektionierte Dachaufbauten, die als Einheit nur mehr montiert werden.
ABDICHTUGSMATERIALIEN. Wie kennen zahlreiche materialspezifische Unterscheidungskriterien:Primäres Unterscheidungsmerkmal sind: bahnenförmige oder Flüssig-viskose AbdichtungsstoffeEine weitere Unterteilung der bahnenförmigen Abdichtungen sind Stoffe einzelner Bahnenstreifen, die auf dem Dach zu einer großflächigen Abdichtungsfläche untereinander verbunden werden. Oder planenförmige Abdichtungen, die fabriksmäßig vorkonfektioniert wurden uns als großflächige „Plane“ am Dach nur mehr ausgelegt werden, womit ein Großteil der Nahtverbindungen vor Ort gefällt. Bahnenförmige Abdichtungen können wiederum ein oder mehrlagige Abdichtungssysteme darstellen und eröffnen somit eine weitere Klassifizierung.Diese sind in Abhängigkeit der objektspezifischen Randbedingungen wieder lose, teilflächig oder vollflächig mit dem Untergrund (Rücklage) zu verkleben/befestigen. Nun kann die Kategorisierung in bituminöse Abdichtungsstoffe vorgenommen werden. Das Nahtverbindungsverfahren, respektive ob überhaupt eine augenscheinlich erkennbare Fügeschnittstelle evident ist, ist materialabhängig. Bahnenförmige Abdichtungen lassen Fügnähte erkennen, flüssig-viskose Abdichtungen verfließen ineinander oder erkennbare Fügerränder.
VERBINDUNGSVERFAHREN BEI BAHNENFÖRMIGEN ABDICHTUNGEN:Verlegung mit heiß zu verarbeitender Klebemassen oder offener Flamme (vorzugsweise bituminöse Abdichtugsstoffe). Verlegung mit kalt zu verarbeitender Klebemasse (vorzugsweise bituminöse Abdichtungsstoffe). Für diese Verlegung dürfen nur stoffverträgliche kalt zu verarbeitende Klebemassen verwendet werden. Die offene Wartezeit ist mit dem Klebersystem anzupassen.Quellschweißen (im Regelfall Kunststoffbahnen). Hierbei sind die sauberen Verbindungsflächen mit einem geeigneten Lösungsmittel (Quellschweißmittel) oder Lösungsmittelgemisch anzulösen und unmittelbar danach durch Druck zu verbinden. Warmgasschweißen (im Regelfall Kunststoffbahnen grundsätzlich jedoch auch bei Polymerbitumen möglich). Hierbei sind die sauberen Verbindungsflächen durch Einwirkung von Warmgas (Heißluft) zu plastifizieren und unmittelbar danach durch Druck zu verbinden. Heizelementschweißen (im Regelfall Kunststoffbahnen). Hierbei sind die sauberen Verbindungsflächen durch einen Heizkeil zu plastifizieren und unmittelbar danach durch Druck zu verbinden. Vulkanisation. Nahtverbindung bei EPDM Bahnen. Hochfrequenzschweißen (Kunststoffbahnen) Weitere Nahtverbindungsverfahren sind bekannt (z.B. Klebebänder etc.), stellen jedoch zumindest nach österreichischen Normen keinen geregelten Einsatzbereich dar und werden deshalb auch nicht behandelt.
Quelle: Der Dachdecker Juni 2009
FLACHDACHENTWÄSSERUNG:
DER TEUFEL LIEGT IM DETEIL
Flachdächer sind gnadenlose Qualitätsindikatoren. Kleine Versäumnisse sind hier oft die Ursache großer Folgeschäden. Dauerhaft funktionstüchtige Flachdächer erfordern Gründlichkeit bis ins Detail. Eine sorgfältige Planung zahlt sich aber aus – durch schnellere Montage und ein veritables Sicherheitsplus.
Von Flachdächern wird grundsätzlich gesprochen, sobald diese durch bahnenförmige bzw. flächige Abdichtungsmaterialien abgedichtet werden. Dächer mit Abdichtungen (Flachdächer) werden in zwei verschiedene Arten aufgeteilt: belüftete und nicht belüftete.
Kennzeichen belüfteter Flachdächer, auch Kaltdach oder zweischaliges Dach genannt, ist der Luftraum zwischen der Unterlage/Abdichtung und der Wärmedämmung. Diese Luftschicht bewirkt die Austrocknung unter Umständen entstehenden Kondenswassers und kann auch Sommerhitze besser abhalten.
Das nicht belüftete Flachdach, auch Warmdach oder einschaliges Dach genannt, ist dadurch charakterisiert, dass alle Dachschichten dicht aufeinander verlegt werden. Zu den nicht belüfteten Dächern zählen auch die Umkehrdächer. Wie der Name schon sagt, sind hier die Bauteilschichten umgekehrt angeordnet. Die Dachablichtung liegt unterhalb der Wärmedämmung, wodurch sie besonders gut vor UV-Licht, Alterung und Beschädigung geschützt ist.
ENTWÄSSERUNG PASSEND ZUR DACHART. Grundsätzlich ist die Regenentwässerung nach der DIN EN 12056-3 und DIN 1986-100 zu planen und auszuführen. Weiterführende Anforderungen an die Entwässerung stellen die Abdichtungsnorm DIN 18531 und DIN 18195.
Ziel ist immer, den Niederschlag auf kurzem Wege vom Dach zu führen. Dazu sollte die Dachfläche ein Gefälle von mindestens zwei Prozent aufweisen, das konstruktiv oder als Gefälledämmung angelegt werden kann. Die Dachgullys sind dabei generell den Tiefpunkten des Daches zuzuordnen. Da Dächer in Leichtbauweise bei Starkregen schnell an ihre statischen Grenzen kommen, muss neben einer Hauptentwässerung auch eine Notentwässerung vorgesehen werden.
Sein Aufbau bestimmt das Entwässerungssystem und die Art und Weise, in der die einzelnen Entwässerungselemente zu integrieren sind. Um die Unterschiede in der Entwässerungstechnik, bzw. der Entwässerungsfunktion zu verdeutlichen, werden nachfolgend ein „Industriedach“ und ein Umkehrdach jeweils als nicht belüftetes Dach betrachtet.
„INDUSTRIEDACH“ (WARMDACH)
Als Warmdach, auch einschaliges Dach, wird eine unbelüftete Dachkonstruktion bezeichnet, die oft bei Industriebauten zum Einsatz kommt. Der Dachaufbau besteht von oben nach unten aus einer Dachabdichtung ohne Auflast, einer Wärmedämmung und einer Dampfsperre, die auf der Unterkonstruktion, z.B. Stahltrapezprofil, Holz oder Stahlbeton, bündig aufliegt. Die Wasser führende Ebene ist hier die oberste Lage, also die Abdichtung. Sinnvoller Weise verfügt das Dach zum Beispiel über ein konstruktives Gefälle zu Attika. Die entstehende Kehllinie wird durch Dachreiter, auch Schweinerücken genannt, unterbrochen, so dass ein geführtes Gefälle zum Tiefpunkt/Gully entsteht.
Stehendes Wasser ist grundsätzlich zu vermeiden und dies gleich aus zwei guten Gründen: erstens, weil die Dachabdichtung in diesem Bereich auch thermisch stark belastet wird und zweitens, weil die Statik des Daches unter Umständen auf Dauer geschwächt wird.
ACHT WICHTIGE DETAILS IM INDUSTRIEDACH.
Jede Durchdringung der Dachhaut ist eine potentielle Sicherheitslücke im Abdichtungssystem. Dauerhaft „geschlossen“ wird sie, wenn der Dachgully unter Berücksichtigung der nachfolgenden Details montiert wird:
Der Dachausschnitt für den Gully wird dem Tiefpunkt der Unterkonstruktion zugeordnet. Bei Trapezprofildächern muss darauf geachtet werden, dass die Schnittkanten nicht „ausglühen“, da dieser Effekt zu Korrosionsbildungen führen kann.die „Schwachstelle“ Dachausschnitt ist nach DIN 18077 statisch durch ein Verstärkungsblech zu schützen, welches mit der Unterkonstruktion verschraubt wird.nach DIN 18531, Teil 3, Punkt 8.5 „muss der Gully mit dem Untergrund verbunden werden“. Durch Verschrauben mit dem Verstärkungsblech bzw. der Unterkonstruktion, kann er mechanisch fixiert werden. Die Dampfsperre wird mit dem Flansch oder der Anschlussmanschette des Gullys verklebt oder verschweißt. Nach Anschluss eines Rohrleitungssystems kann dieser Aufbau bereits für die Bauzeitentwässerung genutzt werden.Winkeldichtring nicht vergessen! Wenn diese Gummidichtung fehlt, besteht die Gefahr, dass rückstauendes Wasser in das Dachschichtenpaket eindringt. Beim Ausschneiden der Kontur des Aufstockelementes in der Wärmedämmung ist drauf zu achten, dass nach DIN 18531-3, Punkt 8.5, „der Flansch (des Aufstockelementes) in der Unterlage“ engelassen wird.Jetzt wird das vorher auf passende Länge gekürzte Aufstockelement durch den Winkeldichtring in den Gully geschoben. Für eine funktionssichere Verbindung ist es unerlässlich, dass die Unterkante des Aufstockelementes mindestens bündig mit der Unterkante des Winkeldichtringes ist.Zwischen Dachuntergrund und Dachabdichtungen bestehen Relativbewegungen. Die ein Schrägstellen des Aufstockelementes zur Folge haben können, was zu einer Beeinträchtigung der Entwässerungsfunktion führen könnte. Deshalb empfehlen Experten, die Aufstockelemente in der Unterkonstruktion mechanisch zu fixieren.nachdem die Dachabdichtung mit dem Flansch oder Anschlussmanschette des Aufstockelementes verklebt oder verschweißt wurden, fehlt nur noch der Kiesfang. Der Kies- oder Laubfangkorb fungiert als „Sieb“. Er vermeidet, dass größere Verschmutzungen in die Entwässerungsanlage gespült werden und dort die Funktion beeinträchtigen.
UMKEHRDACH. Umkehrdächer haben grundsätzlich eine Auflast, z.B. eine Kiesschüttung. Auch Gründächer können nach diesem Prinzip konstruiert sein. Wie bereits kurz angerissen, besteht das Umkehrdach von oben nach unten gesehen zuerst aus der Auflast (z.B. Kies).
Eine „Etage“ tiefer kommt die Schutzlage, die die darunter folgende Wärmedämmung vor mechanischer Beanspruchung und dem Eintrag von Sand, Kies und Erde schützt. Erst jetzt, also als vierte Lage, folgt die Abdichtung, die direkt auf der Unterkonstruktion (z.B. Beton) aufgebracht wird.
Eine Wasser führende Ebene liegt beim Umkehrdach unterhalb der Wärmedämmung auf der Abdichtung. Die Entwässerungstechnik ist bei diesem Dach somit etwas anders zu gestalten, als bei dem zuvor erläuterten Industriedachaufbau.
Beim Umkehrdach müssen drei Entwässerungsebenen beachtet werden: Die erste oberhalb der Auflast (Starkregen), die zweite oberhalb der Wärmedämmung (Landregen) und die dritte auf der Abdichtung. Auf oder in der dritten Ebene, also der Abdichtungsebene, fließt nur sehr wenig Wasser. Dies ist dadurch bedingt, dass die Schutzlage den größten Anteil des anfallenden Regenwassers bereits oberhalb der Wärmedichtung zum Gully ableitet.
ACHT WICHTIGE DETAILS IM UMKEHRDACH. Generell gilt auch bei dieser Dachform, dass der Gully im Tiefpunkt angeordnet werden muss. Darüber hinaus sollte der Einbau unter Beachtung der folgenden Detailpunkte erfolgen:
Wird der Dachgully einbetoniert, so ist dieser mit z.B. Vlies zu ummanteln, um die Eigenbeweglichkeit zu gewährleisten. Wichtig ist es, den Dachgully mit der Unterkonstruktion mechanisch zu fixieren.die Abdichtung muss mit der Anschlussmanschette des Dachgullys sorgfältig verklebt oder verschweißt werden. auf der so entstandenen Abdichtungsebene wird die Wärmedämmung aufgebracht, wobei hier die Kontur des Aufstockelementes ausgeschnitten wird.Gilt es beim Industriedach, den Winkeldichtring nicht zu vergessen, so wird er hier bewusst weggelassen. Das Aufstockelement wird also ohne Winkeldichtring in den Dachgully eingesetzt und dies aus gutem Grund: Der Zwischenraum von Dachgully zu Aufstockelement ermöglicht das Einlaufen des Sickerwassers auf der Abdichtung. Die Schutzlage wird auf der Wärmedämmung zum Einlauftopf des Aufstockelementes geführt.Kiesfang für das Aufstockelement nicht vergessen!zum Abschluss kommt die Auflast (z.B. Kies) auf die Schutzlage. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Kies am Kiesfang kein Unterkorn enthält (Körnung 16/32 einsetzen!), da dies den Gully verstopfen kann.
FAZIT: BESSER KLEINLICH SEIN.
Der Teufel steckt im Detail. Erst ein durchdachtes Dach mit durchdachten Details und Durchdringungen ist ein auf lange Sicht dichtes Dach. Um diesen Zustand auch lange zu bewahren, unterliegen auch die Details einer periodisch wiederkehrenden Inspektion und Wartung. Denn ein „Detail“, das gerne vernachlässigt wird ist, Gullys regelmäßig zu warten. Deshalb ist es gemäß der DIN 1986-3 alle sechs Monate vorgeschrieben.
Quelle: der Dachdecker, Juli 2009
Abbildung: Quelle: TT, 18. April 2010 -
Abbildung: Quelle: Kleine Zeitung, 4. 9.2009 -
Abbildung: Quelle: Kleine Zeitung, 4.9.2009 -
Abbildung: Frühjahrsputz am Dach - Quelle: TT vom 16.5. 2010 - Sonderbeilage
Abbildung: Energetische Dachsanierung - Quelle: TT vom 16.5.2010
Abbildung: Reparaturen am Dach - Quelle: TT vom 16.5.2010
Abbildung: ABC der Dachformen - Quelle: TT vom 16.5.2010
Abbildung: Damit das Dach nicht fliegen geht - Quelle: TT vom 16.5.2010
Abbildung: Nachhaltige Dacheindeckung - Quelle: TT vom 16.5.2010
Fachtitel aus der Tiroler Tageszeitung vom 16. Mai 2010
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Die Haftungsfrage bei Schäden durch Dachlawinen ist oftmals nicht eindeutig. Einige Punkte sollten jedenfalls beachtet werden, um den entsprechenden Versicherungsschutz im Schadensfall zu haben.
Bei Auftreten von Tauwetter und damit verbundenen Gefahren des Abgehens von Dachlawinen von der straßenseitigen Front des Gebäudes ist unverzüglich eine ausreichende Anzahl von Warnstangen aufzustellen und für eine Abräumung des Schnees vom Dach Sorge zu tragen. Das bloße Aufstellen von Warnstangen reicht dabei nicht aus. Die Gefahr selbst muss beseitigt werden. Wurde diese Aufgabe nachweislich einem Unternehmen übertragen, haftet dieses dafür.
Achtung vor Mitverschulden!
Es kann durch Passanten oder Autobesitzer, die durch eine Dachlawine geschädigt werden, ein Mitverschulden eintreffen. Wenn man bei entsprechender Aufmerksamkeit die Gefahr erkennen hätte können, kann ein Mitverschulden in Betracht gezogen werden. Ein solches Mitverschulden kann insbesondere bei Beschädigung von parkenden Autos entstehen, wenn diese trotz herrschenden Tauwetters und damit verbundenen Dachlawinen gerade dort abgestellt werden, wo bereits von der Straße aus die auf dem Dach lagernden, eventuell sogar überhängenden Schneemassen erkennbar sind. Damit verbunden kann auch eine Kürzung der Schadenersatzforderung sein.
Ist trotz aller vorbeugender Maßnahmen ein Schaden durch eine Dachlawine entstanden, ist eine ordentliche Dokumentation für die Schadensentwicklung hilfreich.
Bei Bestehen einer Versicherung mit entsprechenden Leistungsumfang und geklärter Haftungsfrage – aus der Gebäudeversicherung, KFZ-Kaskoversicherung oder der privaten Unfallversicherung – kann der geschädigte Passant oder PKW-Besitzer Leistung erwarten.
Eine entsprechende Rechtsschutzversicherung trägt für die rasche Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen bei.
Quelle: Versicherungbüro Profer, Lienz, Osttiroljournal
Das österreichische Wirtschaftsministerium wird ab 1. März 100 Millionen Euro Anreizfinanzierung („Sanierungsscheck“) zur thermischen Sanierung bereitstellen.
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Umweltminister Niki Berlakowich präsentierten kürzlich die neue Förderoffensive für die thermische Sanierung. Ab dem 1. März 2011 stehen bis 2014 jährlich 100 Millionen Euro zu Verfügung, davon 70 Millionen Euro für den privaten Wohnbau und 30 Millionen Euro für Betriebsgebäude.
Private Förderanträge an Bausparkassen: Private können ab dem 1. März 2011 bei den Bausparkassen um Zuschüsse ansuchen, wobei das zu sanierende Gebäude mindestens 20 Jahre alt sein muss. Grundlage zur Beurteilung der Förderungsfähigkeit ist der Energieausweis, dessen Ausstellung ebenfalls gefördert wird. Als förderungsfähige Maßnahmen gelten unter anderem die Dämmung der obersten Geschossdecke bzw. des Daches, die Dämmung der Außenwände, der untersten Geschossdecke oder des Kellerbodens sowie die Sanierung bzw. der Austausch von Fenstern und Außentüren.
Bei privaten Wohnbauten, die schon die geforderten Standards im Wärmeschutz erfüllen, kann auch die Einbindung einer thermischen Solaranlage, der Umstieg auf Holzzentralheizungsgeräte sowie ein Einbau von Wärmpumpen unterstützt werden.
Neu ist eine Sonderregelung für Wohnungen in mehrgeschossigen Bauten: Wenn die Eigentümergemeinschaft eine thermische Sanierung beschließt, werden die entsprechenden Maßnahmen pro Wohneinheit gefördert. Wenn ein solcher Beschluss nicht zustande kommt, können einzelne Wohnungseingentümer und Mieter ihre Teilsanierungen – etwa den Fenstertausch – gefördert bekommen.
Sanierungsscheck von bis zu 5000 Euro: Die maximale Förderungshöhe für eine umfassende Sanierung liegt bei bis zu 20 Prozent der Investitionskosten bzw. einem maximalen Zuschuss von 5000 Euro. Eine Teilsanierung (Reduktion des Heizwärmebedarfs um mindestens 30 Prozent) wird mit bis zu 3000 Euro unterstützt; in mehrgeschossigen Bauten reicht auch schon eine Verringerung des Heizwärmebedarfs um 15 Prozent für eine Förderung, wobei in diesem Fall nur bis zu 2000 Euro pro Einheit ausgezahlt werden. Für die Umstellung bestehender Wärmeerzeugungssysteme in Ein- und Zweifamilienhäusern beträgt die maximale Förderhöhe 1500 Euro, in mehrgeschossigen Bauten 1000 Euro pro Einheit.
Gezielte Förderung für Betriebe: Unternehmen können ab dem 28. März online der KPC-Kommunalkredit Public Consulting einreichen. Für Betriebsgebäude werden neben den oben genannten Sanierungen auch folgende Maßnahmen unterstützt: der Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen bei Lüftungssystemen im Zuge der thermischen Sanierung sowie Verschattungs-Systeme zur Reduzierung des Kühlbedarfs. Zusätzlich sind in Kombination mit Sanierungsmaßnahmen Umstellungen auf den effizienteren Einsatz von Energie förderfähig – etwa Wärmerückgewinnung, der Ersatz bestehender Heizungssysteme durch eine Biomasse-Einzelanlage, der Einbau thermischer Solaranlagen, der Anschluss an Fernwärme sowie der Einbau von Wärmepumpen.
Tiroler Tageszeitung, 8. Feber 2011
Es muss ja nicht gleich die Oper von Sydney sein. Doch wer Exklusives liebt und es sich leisten kann, lässt sich beim Dach einiges einfallen.
Wie wäre es mit einem Dach aus Kupfer, bunt glasierten Ziegeln oder einem Kraftwerk am Dach? „Machbar ist alles“, sagt Gerhard Freisinger, Landesinnungsmeister-Stellvertreter der Dachdecker. Aber: „Das Dach muss in die Gegend passen. Außerdem muss die Himmelsrichtung stimmen.“ So könne man sich sein Haus gen Osten, Süden und Westen am Dach öffnen – und sich dem Himmel ein Stück näher wähnen. Jedoch, warnt Freisinger: „Man sollte an die passende Beschattung denken. Es gibt sehr gute Lösungen.“
Wie ein Schloss
Von Dachflächenfenstern in allen Größen bis hin zu von der Industrie hergestellten Dachbalkonen, die in die Dachschräge integriert und aufklappbar sind, spielen die Dächer schon alle Stückeln. „Besonders im Trend liegen derzeit Dächer in Holzriegelbau. Wer dabei unbedingt auffallen will und dem es viel Geld wert ist, der leistet sich eine Holzleimbinderkonstruktion mit ineinander verschachtelten Dachflächen. So etwas sieht aus wie ein Schloss.“ Wenn Geld keine Rolle spielt, wäre auch etwa ein Satteldach mit ausgeschnittenem Balkon machbar. Und das Material? So mancher wählt eine auffallende, außergewöhnliche Deckung aus Naturschiefer, schwarz glänzend. Es muss ja nicht gleich ein Goldenes Dachl sein.
Kleine Zeitung
Erst der Antrag, dann die Arbeit
Um die Dachsanierung vom Land Kärnten fördern lassen zu können, muss man den Antrag schon vor dem Beginn der Arbeiten stellen.
Wer sein Dach sanieren und dies vom Kärnten fördern lassen möchte, sollte einige Punkte beachten: „Grundsätzlich werden Förderungen nur in Verbindung mit etwa einer Kaltdachkonstruktion gewährt“, stellt Helmut Steiner vom Land Kärnten fest.
Werden manche Anträge eigentlich auch abgelehnt? - Steiner: „Wenn, dann, weil die Arbeiten vor der Antragstellung gemacht werden.“ Es gilt also die eiserne Regel: Antragstellung schon vor Beginn der Arbeiten. Weitere Bedingung: Das Haus muss älter als 20 Jahre sein und mit Hauptwohnsitz bewohnt werden. Die Förderung beträgt laut Steiner bis zu 25 Prozent der Investitionssumme.
Anträge beziehungsweise die erforderlichen Antragsmappen mit allen Infos können in der Abteilung 4 in der Mießtaler Straße 6 in Klagenfurt abgeholt werden. Oder auf
Kleine Zeitung
Bei Dachsanierungen ruft man am besten zuallererst den Dachdecker. Stimmt. Aber auch der Zimmerer spielt eine große Rolle – sowohl bei reiner Dachsanierung als auch beim aufwändigeren Ausbau unter dem Dach.
Vorsorgen ist besser als Heulen. Das gilt für den Menschen ebenso wie für Autos – und Dächer. Oskar Beer als steirischer Landesinnungsmeister Holzbau spricht von einer „sehr großen Rolle“, die „seine“ Zukunft, die Zimmerer, bei der Dachsanierung einnehmen.
Denn auch beim Dach will an Vorsorge gedacht sein: „Bei Dächern, speziell bei alten, wie sie oft im innerstädtischen Bereich zu finden sind, sollten in einem Rhythmus von zwei bis drei Jahren die Dachflächen und Dachstühle fachmännisch kontrolliert werden.“ So könne viel Schaden vermieden werden. „Der Zimmermeister weiß, wo er hinschauen muss, repariert und bringt Schäden wieder in Ordnung.“
Wenn es dann zur Dachsanierung auch im Zuge eines Ausbaues kommt, kommt ein weiteres Mal der Zimmerer ins Spiel: „ Bei einem Ausbau wird der Zimmerer beim Statischen Konzept ansetzen, die Aufbringung neuen Gewichtes einrechnen. Die Normierung hat sich in den vergangenen Jahren geändert, zum Beispiel muss jetzt mehr Schnee eingerechnet werden.“
Außerdem spricht Beer von „neuralgischen Punkten“, um die der Zimmerer weiß: „Das sind Punkte, wo es am ehesten zu Schäden kommt. Etwa die Fußpunkte, an denen der Dachstuhl aufliegt oder die Anschlüsse zu Kaminen, wo leichter Wasser eindringen kann.“ Dabei gehe es immer um gute Kontrolle und Umsicht. Beer: „Man fährt ja auch sein Auto zum Service.“
Verantwortung
Daher seien Bauherren selbst angehalten, zu kontrollieren. Das sei kein Muss, aber: „Man soll sich der Verantwortung bewusst sein.“
Dies betont auch Gerhard Freisinger als stellvertretender steirischer Landesinnungsmeister der Dachdecker: „Oft beinhalten alte Dachdeckungen noch Asbest. Das muss fachgerecht abgetragen und entfernt werden.“ Weiters gelte es, bei Installation von Photovoltaikanlagen auf den passenden Untergrund zu achten: „Auf ein altes, nicht mehr gutes Steildach Kollektoren anzubringen, halte ich für ein technisches Verbrechen. Jedes Dach hat seine Lebensdauer.“ Die betont auch Hans-Jörg Kasper von Eternit:
„Das Dach ist der beanspruchteste Gebäudeteil.“ Daher sei es wichtig, sich „für die richtigen, langlebigen Produkte zu entscheiden“, außerdem auf eine bauphysikalisch gute Dachkonstruktion zu achten und sich jedenfalls an Dachdeckermeister zu wenden.
Kleine Zeitung
Dächer sollen Gebäude vor Witterungseinflüssen schützen. Zu diesem Auftrag gesellen sich Emotionen: Gerade Dächer kratzen gerne an der Identität einer Gemeinschaft. Warum?
Baugesetze schreiben vieles vor. Bei Dachbauten betreffen sie nicht nur die Statik oder Feuersicherheit, sondern meist auch die Form und Gestaltung. Die Kunsthistorikerin Wiltraud Resch und Gertraud Strempf-Ledl vom Internationalen Städteforum Graz haben es oft mit streitbaren Dächern zu tun.
Warum rühren gerade Dachformen so sehr an unserer Identität?
Wiltraud Resch: Weil ein Dach den Inbegriff von Geborgenheit darstellt. Seit Menschengedecken dient das Dach dem Schutz vor Regen oder Schnee. Dem Ausdruck „Ein Dach über dem Kopf zu haben“ kommt eine existenzielle Bedeutung zu.
Wie sind wir zu der Dachform gekommen, die wir haben?
Gertraud Strempf-Ledl: Durch die Witterung und das vorhandene Material. Am Steildach kann Regen und Schnee abrinnen, somit hat sich das mit Ziegeln gedeckte Sattel-, Walm-, Schopfwalm- bzw. Mansardendach bei uns über Jahrhunderte bewährt und hält gleich die ersten 30 Jahre ohne Reparatur.
Das ist die praktische Erklärung. Wie kommt aber die öffentliche Meinung zustande?
Resch: Über dehnbare Begriffe wie „ortsüblich“, „ortsfremd“, „charakteristisch“ oder „überliefert“, die in Baugesetzen vorkommen, lässt sich streiten. Begriffe wie „das Vertraute“ oder „das Fremde“ im Ortsbild können, wie beispielsweise in der NS-Zeit, zu ideologischen Zwecken gebraucht werden.
Strempf-Ledl: Die Begrifflichkeit ist schwierig, da Architektur etwas Lebendiges ist und sich auch verändern soll.
Dachausbauten und alternative Energieformen sind brennende Themen – besonders im urbanan Bereich, ganz besonders in der Altstadtzone.
Resch: Es sind die Dächer, die unserem historischen Städten die charakteristische Silhouette verleihen. Gerade Graz hat eine einzigartig ausgeprägte Dachlandschaft.
Strempf-Ledl: Durch neue Isoliertechniken wurde der Dachraum zu einem begehrten Wohnraum. Große Fensteröffnungen und alternative Energieformen wie Solar oder Photovoltaik zerstören diese Dachlandschaften und werden im Altstadtkern von Graz abgelehnt. Außerdem kann die Substanz durch nachträgliche Ausbauten sogar im Bestand gefährdet werden.
Kleine Zeitung
Die Terrassentraufe - Ein Schadensbild
„Sollten Sie zu solch einer Sanierung gerufen werden, machen Sie das nur unter genauer Erfassung des Ist-Zustandes,“ empfiehlt Wolfgang Past, allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger.
Wie ich in unten beschriebenem Fall aktuell wieder feststellen musste, ist die Terrassentraufe nach wie vor ein echter Mangelfaktor.
Bei dem Auftrag handelte es sich um eine Terrasse (eine rundum laufende Dachterrasse mit ca. 30 m²) welche sich im 7. Stock einer Wohnhausanlage mit mehreren baugleichen Wohnblöcken befindet. Die Terrasse wurde etwas aufwendiger mit Winkelsaum auf einem Betonfertigteilgesims sowie einem Terrassengeländer mit Glasfüllungen ausgeführt.
Bei meiner Besichtigung konnte ich zwei unter der Dachterrasse befindliche Wohnungen besichtigen.In diesen kommt es seit Jahren anhaltend und ausweitend zu Wassereintritten. Die Verfleckungen sind im größeren Umfang an den Wandflächen bis zum Boden sichtbar. Die Feuchtemessung bestätigte, dass die Wände partiell erheblich vernässt sind.
Terrassenzustand
Der Terrassenbelag besteht bei diesem Objekt aus Kunststeinplatten im Splitt verlegt. Darunter befindet sich Fließ, eine XPS Dämmung so wie eine Bituminöse Abdichtung.
Die Terrassentraufe ist mit Zink-Titanblech, Hängerinne und Winkelsaum ausgeführt.
Auf den ersten Blick stellte dies noch keine Besonderheit oder Abweichung dar. Bei näherer Betrachtung zeigte sich aber, dass vor allem die Terrassentraufenverblechung, sprich das Saumblech, ganz erhebliche Verwerfungen aufweist. Sichtbar war auch, dass scheinbar schon mehrfach versucht wurde, durch Auflöten von Flicken, Rissbildungen in Lötnähten und im Material selbst, dieses zu sanieren. Dies geschah jedoch nur bis zur Vorderkante des Kiesstegs. In gleicher Weise wurden auch die Einkopfdila in das Saumblech eingelötet.
Um sich nun ein genaues Bild des Schadens machen zu können, wurde von der Terrasse von einem Türanschluss, welcher ebenso in keinster Weise der Norm entspricht, bis hin zur Terrassentraufe der gesamte Aufbau abgetragen und die Terrassentraufe aufgeschnitten.
Was darunter zum Vorschein kam, war die Holz UK aus Schaltafeln unter dem Saumblech. Sie war durch Holzfäule bereits butterweich. Der Unterbau aus Beton (Gesims und Decke) sowie der Isokorb waren erheblich vernässt. Einzig die Holz UK unter dem Winkelsaum welche aufgeständert vorlag, war unbeschädigt.
Die Ursache
Was war aber nun die Ursache für diesen fatalen Schaden? Es waren die Terrassengeländersteher!
Diese lagen als rundes Grundrohr vor, welche passgenau mit einer Einfassungshülse in das Saumblech eingelötet wurden. Darüber wurde ein weiteres Überschubrohr als Terrassengeländersteher geführt und mit dem Grundrohr vernietet. Der Abstand der Geländersteher betrug 1,20 m und es lagen ursprünglich keine Dila im Saumblech vor! Wie ober angeführt, wurden zwar nachträglich und kostengünstig (ohne den Terrassenaufbau zu öffnen) Dilas nachgerüstet, jedoch wie zu erwarten ohne Erfolg. Zudem waren das Saumblech und auch die Winkelsaumverblechung fix genagelt.
Weiters wurde auch versucht, die Geländerstehereinfassungen mit Flüssigkunststofffolie und Silikon zu „dichten“ - ebenfalls erfolglos.
Als Resultat dieser fehlerhaften Ausführungen ergab sich eine umfangreiche Generalsanierung. Zudem liegen auch in den Wohnungen unter der Terrasse entsprechende Folgeschäden vor.
Schlussfolgerung
Bei solchen Konstruktionen müssen zahlreiche Dilas verbaut werden, um die Wärmespannungen geregelt ableiten zu können.
Generell ist auf die Wärmespannungsbewegung der Bleche zu achten.
Stützeneinfassungen am Besten trichterförmig und mit größerem Ausschnitt im Saumblech unter der Trichterhülse.
Am oberen Rand der Einfassung einen Gegentrichter herstellen.
Saumblech mit Gefälle zur Traufe.
Die Bleche dürfen nicht fix am Untergrund befestigt werden.
Wenn möglich das System unter Einhaltung der Prüf- und Warnpflicht nach Ö-Norm B 2110 ändern lassen.
Sollten Sie zu solch einer Sanierung gerufen werden, machen Sie das nur unter genauer Erfassung des Ist-Zustandes.
Beraten Sie Ihren Auftraggeber. Billiglösungen sind nicht gut.
Spenglerfachjournal
Terrassenabdichtungen
„Schwellenfreie Terassentüranschlüsse befinden sich in der Bauschadenbilanz schon an oberster Stelle,“ sagt Wolfgang Hubner (allgemein beeideter, gerichtlich zertifizierter Sachverständiger und Institutsleiter des IFB – Instituts).
Türen als Zugänge auf Dachflächen, Terrassen oder auch Balkon müssten im Bereich der Türschwelle und der Türzarge eigentlich einen schlagregengeschützten Abdichtungsanschluss zulassen. Speziell schwellenfreie Terrassen- oder Balkontürenanschlüsse bringen Planer und ausführende Bauwerksabdichter jedoch öfters in einen Gewissenskonflikt. Einerseits sollte die Anschlusshöhe der Feuchtigkeitsabdichtung mindestens 15 cm über doer Oberfläche des Belages (z.B. Holzlattenrost, Fliesen, Betonplatten und dergleichen) betragen, andererseits wünscht sich der Bauherr jedoch vielmehr eine barrierefreien Übergang (sprich ohne Stufe) zwischen Wohnraum und nutzbarer Außenfläche.
In vielen fällen muss der Bauwerksabdichter beim Türanschluss daher notgedrungen eine Kompromisslösung eingehen, da die Anschlusshöhen an die so genannte Stockverlängerung oder den Türsockel nicht gegeben sind. Dabei wäre die richtige Mindestanschlusshöhe von 15 cm insofern dringend erfoderlich, als hier bei der handwrklichen Verarbeitung des Abdichtungsanschlusses einerseits ausreichend Bewegungsfreiheit für den Bauwerksabdichter gegeben wäre und andererseits Witterungseinflüsse wie z.B. Schneematsch, Schlagregen, kurzfristiger Wasserstau, Vereisungen oder auch Winddruck im Bereich der Türschwelle keine Problem darstellen würden.
Praktische Ausführung
Bevor mit der praktischen Ausführung begonnen wird, ist unbedingt festzulegen, welches Unternehmen für die wasserdicht Verbindung zwischen Türrahmen (oder Stockverlängerung) und Bauwerksabdichtung verantwortlich ist. Ist dies der Bauwerksabdichter, dann wird dieser die Feuchtigkeitsabdichtung auf die Stockverlängerung oder den Terrassentürrahmen hochziehen, befestigen und geeignet schützen (z.B. Blechabdeckung). Hierfür ist jedoch im Bauablauf zu berücksichtigen, dass der Terrassentürrahmen bereits zum Zeitpunkt der Bauwerksabdichtungsarbeiten versetzt wurde. Bei dieser Vorgehensweise ist dann nämlich auch der Bauwerksabdichter für den wasserdichten Anschluss an die Terrassentür verantwortlich.
Anders ist der Fall jedoch, wenn der Bauwerksabdichter für die Türrahmenunterkonstruktion (z.B. Betonsockel) die Abdichtung (im Regelfall bis Rauminnenseite gezogen) aufbringt und danach der Terrassentürrahmen inkl. Türe noch vom Fensterbauer versetzt wird. Die hierbei entstehende Fuge zwischen der am Sockel horizontal auslaufenden Feuchtigkeitsabdichtung und dem Türrahmen (oder der Stockverlängerung) wird dann im Regelfall mit Klebebändern vom Fensterbauer abgedichtet. Bei dieser Ausführungsart zählt die mit Klebeband abgedichtete Fuge noch zum Leistungsumfang des Fensterbauers.
An diesem Beispiel wird rasch erkennbar, dass unterschiedliche technische Regelwerke für den Anschluss an Türrahmen wirksam werden können. Es ist hinlänglich bekannt, dass die Dichtheit der Anschlussfuge nicht als singuläre Maßnahme zu verstehen ist. Vielmehr ist es die Kombination aus dem Dach-(Terrassen)aufbau inkl. Feuchtigkeitsabdichtung und diversen An- und Abschlüssen, welche für eine langfristig taugliche Terrassenkonstruktion erforderlich sind.
ÖNORM B7220
Der Planung und Ausführung von Balkon- und Terrassenabdichtungen wird die ÖNORM B7220 (Verfahrensnorm) „Dächer mit Abdichtungen“ Ausgabe 2002 zugrunde gelegt.
Um nun einen schwellenfreien Terrassentüranschluss überhaupt planen und ausführen zu können, sind gemäß dieser ÖNORM drei obligatorische Maßnahmen einzuhalten:
Die Feuchtigkeitsabdichtung ist mindestens 0,5 cm über Niveau (Geh- oder Fahrbelag bzw. Gitterrost) hochzuziehen. Die Hochzugsbahnen müssen mechanisch an den Untergrund (Türstock) geklemmt werden.
(Anm.) - Ist eine Befestigung nicht möglich, wäre der Anschluss mit Flüssigabdichtung sinnvoll.
Auf der Außenseite der Türschwelle ist eine Gitterrostabdeckung mit einer Breite von mindestens 20 cm und einem seitlichen Überstand von mindestens 30 cm über die Türlaibung einzubauen. Zudem ist für eine rasche Ableitung des anfallenden Niederschlagwassers zu sorgen.
(Anm.) - Hinsichtlich der Niederschlagsentwässerung lässt die ÖNORM-Definition einiges an Interpretationsspielraum zu. Ist nun die Niederschlagswasserableitung direkt im Splittbett, beispielsweise in Richtung außenliegender Entwässerungsrinne als dauerhaft zügige Ableitung zu verstehen, oder müsste aus dem Rigol ein so genannter Stichkanal (Entwässerungsrohr) in Richtung Entwässerungselement verlegt werden?
Aus heutiger Sicht kann als sicherste Lösung eine Drainagematte (Kunststoffnoppenbahn) unterhalb der Splittschicht angesehen werden. Diese gewährleistet großflächig, sowohl beim Warmdach als auch beim Umkehrdach, dass Niederschlagswasser vom Rigol direkt zum Entwässerungseinlauf geleitet werden kann.
Eine auskragende Dachkonstruktion z.b. Glasdach, deren Auskragung für die ortsüblich zu berücksichtigenden Regenspenden so ausgelegt ist, dass bei normalen Witterungsbedingungen kein Wasseranfall z.B. Schlagregen, im Türschwellenbereich vorkommt.
(Anm.) - Die Vorgabe der ÖNORM B7220 hinsichtlich ausgragender Dachkonstruktion findet beim Architekten nur sehr wenig Anklang. Bei etwaigen Schadensfällen an schwellenfreien Terrassentürkonstruktionen, die durch eine auskragende Dachkonstruktion entstanden wären, ist nämlich auch der Architekt verantworlich.
Wartung und Reinigung
Wie allerseits bekannt, ist schon durch eine fachgerechte Wartung und Reinigung die Funktionstauglichkeit von Terrassenflächen um ein Vielfaches zu verlängern.
Das Entfernen von z.B. einwachsenden Pflanzen im Bereich der Plattenfugen sollte für jeden Terrassenbesitzer selbstverständlich sein. Bauwerksabdichter müssen darauf jedoch stets hinweisen!
Weiters wird vielfach auch nicht beachtet, dass auf der Unterseite der Pflanzentröge Wurzeln auswachsen und diese sehr häufig durch Plattenfugen beispielsweise in das Splittbett einwachsen und somit die darunter liegende Abdichtung durchwurzeln. Ebenso nicht zu vernachlässigen ist auch die regelmäßige Reinigung von zugänglichen Terrassenentwässerungsabläufen.
Weitere Informationen finden Sie auf Unter der Rubrik fertige Richtlinien findet man die Wartungs- und Nutzungsanleitung für Dächer, Terrassen und Balkone.
Spenglerfachjournal
Das Dach unterm Dach
Neue ÖNORM B 4119
Unterdächer als zusätzliche, wasserableitende Schichten unter Dacheindeckungen sind heute der übliche Standard bei gedeckten Dächern.
Damit bei einem Haus im wahrsten Sinn alles unter Dach und Fach ist, gibt es nun die mit 15. Dezember 2010 veröffentlichte ÖNORM B 4119.
Dipl.-Ing. Dr. Heim Ellmer, Komitee-Manager bei Austrian Standards Institute: „Der Bauteil Dach samt Unterdach entsteht unter Zusammenwirken mehrerer Gewerke, wie Zimmerer, Dachdecker und Bauspengler, wodurch es immer wieder zu Haftungsabgrenzungen und Problemen mit den jeweiligen Prüf- und Warnpflichten kommen kann. Die ÖNORM B 4119 bringt hier Klarheit.“
Ziele und Neuerungen
Die vorrangigen Ziele dieser Norm sind u.a. eine Zusammenfassung von gewerksübergreifenden Vorschlägen für eine fachlich richtige Ausführung und Unterstützung von Planern und Ausführenden; die Schaffung einer Grundlage für die Ausschreibung und Vergabe; die richtige Auswahl von geeigneten Materialien; Sicherung eines Qualitätsstandards für Unterdächer und nicht zuletzt die Verbesserung der Rechtssicherheit für Auftraggeber und Auftragnehmer.
Gegenüber der bisher gültigen ON-Regel ONR 22219-2, wurden u.a. Belüftungsquerschnitte (Konterlattenhöhen) aufgenommen, eine exakte Abgrenzung zwischen regensicherer und erhöht regensicherer Ausführung getroffen, zusätzliche Angaben zur Fügetechnik aufgenommen und der Anwendungsbereich auf belüftete Dächer mit Abdichtungen erweitert.
Spenglerfachjournal